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Bio-organisch vs. biodynamisch?

on October 28, 2020

Biologischer Weinbau oder doch biodynamischer? Wofür steht was?

Das Interesse an Produkten aus der biologischen Landwirtschaft steigt, doch sich durch das Wirrwarr an Gütesiegeln und Zertifizierung hindurchzuarbeiten ist zeit- und energieaufwändig.
Speziell beim Weinbau werden wir oft gefragt, was biodynamischer Weinbau sei und ob es einen Unterschied zur biologischen Bewirtschaftung gäbe.
Allgemein fallen beide landwirtschaftlichen Produktionsformen unter den Begriff des ökologischen Landbaus. Dieser wiederum wird nochmals in biologisch-organisch und biologisch-dynamisch unterteilt.

Der bio-organische Weinbau nimmt Bezug auf die EU-Verordnung 834/2007. Kurz gefasst, verzichten diese Winzer auf bestimmte Anwendungen, Mittel und Maßnahmen bei der Düngung, dem Pflanzenschutz und im kellerwirtschaftlichen Kontext. Entscheidend für die Abgrenzung zur sogenannten „Integrierten Produktion im Weinbau“ ist, dass keine synthetisch hergestellten Düngemittel, sowie chemisch-synthetische Pestizide und keine Herbizide zum Einsatz kommen.
Unter der Auflage, zuvor eine Bodenanalyse durchzuführen, können bei Bedarf bestimmte zugelassene Mineraldünger genutzt werden. Diese sind im Betriebsmittelkatalog des Anbauverbands festgelegt. Im Rahmen des Pflanzenschutzes sind Pflanzenstärkungsmittel und für die biologische Bewirtschaftung zugelassene Pflanzenschutzmittel (PSM) erlaubt, wobei schwefel- und kupferhaltige PSM den höchsten Stellenwert haben.  
Pflanzenstärkungsmittel hingegen sind Stoffe oder Gemische auf organischer, mineralischer oder mikrobieller Basis, die die allgemeine Widerstandsfähigkeit der Pflanzen positiv beeinflussen, jedoch ohne eine direkte Schutzwirkung gegen Krankheiten oder Schädlinge zu besitzen (sonst handelt es sich laut österreichischem Düngemittelgesetz 1994 um zulassungspflichtige Pflanzenschutzmittel).

Der biodynamische Weinbau hingegen hebt sich durch deutlich strengere Richtlinien vom Öko-Landbau ab und beruht auf Rudolf Steiners begründeter Anthroposophie. Der Fokus liegt auf dem ganzheitlichen Aspekt eines Betriebes, d.h. er wird als lebendiger, einzigartiger Organismus betrachtet mit dem Ziel, einen unabhängigen, geschlossenen Hofkreislauf zu schaffen. Wesentliche Kriterien sind eine Gesamtbetriebsumstellung, obligatorische Viehhaltung, der Einsatz von Präparaten aus Kräutern, Mineralien und Kuhdung, sowie die Einbeziehung des übergeordneten, kosmischen Rhythmus (u.a. Orientierung nach den Mondphasen). Den biodynamischen Präparaten wird dabei eine impulsgebende Wirkung zugesprochen, die nicht auf die Bekämpfung von Pathogenen ausgelegt ist, sondern der Stärkung der Rebstöcke.


Meist wird mit „bio“ im allgemeinen Sprachgebrauch der biologisch-organische Ansatz bezeichnet, den auch viele unserer Winzer umsetzen. Die biodynamisch arbeitenden Weingüter hingegen, sind leicht am Demeter-Siegel erkennbar, wobei es auch Ausnahmen gibt. Gerade die kleinen Familienbetriebe bewirtschaften ihre Höfe Demeter-Richtlinien-konform, verzichten jedoch aus Kosten-, oder persönlichen Gründen auf das Branding eines großen Anbauverbandes.

Falls Fragen zu unseren Winzern und deren konkreten weinbaulichen Methoden bestehen, beantworten wir diese sehr gerne!

Euer Vinifero


Mehr dazu findet ihr auf…
www.demeter.de
Fuchs, Nicolai: Biologisch-Dynamisch im Dialog, Verlag Lebendige Erde 2008

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